Eckernförder Sprotten - Aprilscherz 2017

Wie es sich gehört, hat auch Kiel dreht auf die Landeshauptstadt am 1. April 2017 gebührend in den April geschickt - und das mit einer haarsträubenden Geschichte: Die Kieler Sprotten, das kulinarische Wahrzeichen der Stadt Kiel, heißen ab sofort Eckernförder Sprotten!

Den Grund dafür erklärt Berndt Kruse, Inhaber der Fischräucherei Rehbehn und Kruse. Sein Betrieb ist einer der letzten Produzenten echter Kieler Sprotten. Es gebe in Kiel sowieso keine Räucherei mehr, die Kieler Sprotten produziere, so Kruse. "Wir halten hier noch die Fahne hoch. Also können wir dann auch entscheiden, dass wir da zukünftig 'Eckernförder Sprotten' zu sagen!"
 


Foto: Berndt Kruse, Inhaber der Sprotten-Räucherei Rehbehn und Kruse in Eckernförde

Tatsächlich werden die Kieler Sprotten seit jeher in Eckernförde geräuchert und verpackt. Der Grund: Bis 1882 besaß Eckernförde keinen eigenen Bahnhof. Die Räucherfische wurden daher per Pferdefuhrwerk nach Kiel gebracht und am dortigen Bahnhof verladen. "Die Ware, die in Kiel abgesendet wurde, erhielt den Stempel "Kiel Hauptbahnhof", erklärt Berndt Kruse. So etablierte sich der Begriff "Kieler Sprotte".

In unserem Aprilscherz erklärte Kruse auch die Gründe für das vermeintliche Sprotten-Aus: So gehe es ihm weniger um eine Provokation gegenüber den Kielern, vielmehr wolle er nach mehr als 150 Jahren, in denen Kieler Sprotten aus Eckernförde kommen, endlich die Herkunft richtigstellen.
Außerdem brauche auch Eckernförde endlich ein typisches Produkt - und das seien dann eben die "Eckernförder Sprotten".
Er erhoffe er sich von der Namensänderung auch eine Absatzsteigerung der Sprotten, so Kruse: "Zumindest hoffen wir doch, dass alle Kieler Bürger nach Eckernförde kommen und die Sprotten hier kaufen!"
 


Meergold: die Fischhandlung der Räucherei Rehbehn und Kruse

Im weiteren Verlauf der Sendung wurde die vermeintlich "letzte Kiste" Kieler Sprotten verlost.

Bereits am 31. März hat Kiel dreht auf in der Kieler Holstenstraße Passanten mit der Namensänderung konfrontiert und ist dabei auf ein interessantes Ergebnis gekommen: Die große Mehrheit der Befragten hatte nichts gegen eine Umänderung in "Eckernförder Sprotten", manche begrüßten sie sogar. "Eckernförder Sprotten" höre sich nunmal besser an als "Kieler Sprotten", so eine Befragte. Ein anderer Passant lobte die erfolgreiche "Zusammenarbeit mit Eckernförde".

Selbstverständlich haben wir den Aprilscherz noch in der selben Sendung aufgeklärt.

Alle Teile der Sendung, die den Aprilscherz betreffen, können hier nachgehört werden: