Ein bisschen Verona in Kiel - Sommeroper "Turandot" 2017

Als das Theater Kiel im Jahr 2012 mit "Tosca" zum ersten Mal eine "Sommeroper" unter freiem Himmel aufführte, war noch nicht abzusehen, wie erfolgreich dieses Konzept werden würde. Ohne Unterbrechung hat die Open-Air-Bühne auf dem Rathausplatz in den Sommern danach Opern- und Theaterbegeisterte angezogen. In diesem Jahr ist die Wahl auf "Turandot" von Giacomo Puccini gefallen. Die Oper feiert am 15. Juli 2017 Premiere.

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Turandot ist eine chinesische Prinzessin, die an ihren zukünftigen potenziellen Ehemann hohe Ansprüche stellt. Jedem Brautwerber stellt sie drei Rätsel - löst er sie, so darf er sie heiraten. Scheitert er, so wird er öffentlich enthauptet. Keiner hat je die drei Rätsel gelöst, bis eines Tages Prinz Calaf auf Turandot trifft und sofort fest entschlossen ist, die Rätsel zu lösen. Und tatsächlich gelingt ihm diese scheinbar unlösbare Tat - doch zum Happy End kommt es deswegen noch lange nicht.


Bild: Die Sommeroper-Bühne auf dem Rathausplatz

Diese blutrünstige Handlung eignet sich besonders gut für eine Sommeroper, sagt Generalmusikdirektor Georg Fritzsch im Kiel FM Interview. "Diese Oper bietet große Chorszenen, Liebe, Tod, großes Orchester, bekannte Melodien. Und es ist natürlich auch ein Stück, das sich für draußen gut eignet, weil es ziemlich kompakt und nicht zu lang ist."
 


Bild: Generalmusikdirektor Georg Fritzsch

Den Erfolg der Sommeroper begründet Fritzsch darin, dass sich ein gewisser "Eventcharakter" entwickle. Das habe sogar ein gewisses südländisches Flair, erinnere an die Opernaufführungen in der berühmten Arena von Verona.
Für die Musiker und den Dirigenten birgt die Sommeroper aber ganz besondere Herausforderungen. Fritzsch kann die Sänger auf der Bühne nur auf einem Bildschirm sehen. "Ich sehe die Totale, den Blick auf das gesamte Bühnenbild. Das heißt, ich sehe nicht, wann sie atmen oder Luft holen", sagt Fritzsch. "Man muss ein bisschen abspüren, was der Sänger gerade braucht."
 


Bild: Der Ort der Freiluft-Sommeroper schlechthin: Die Arena von Verona in Norditalien

Schließlich bleibt natürlich noch das Wetter als Einflussfaktor. "Bei der Premiere von 'Tosca' 2012 hatten wir zur Premiere um die 27 Grad", sagt Fritzsch. "Das ist schon etwas Besonderes." Aber der Generalmusikdirektor gibt sich auch für "Turandot" optimistisch: "Das ist nicht so leicht, aber wir haben es ja schon ein paar Mal ganz gut hingekriegt."

 

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