Mai - Kinematic

Jedes Ende ist auch ein Anfang - so verhält es sich auch in der Welt der Musik. Ende der Neunziger Jahre erlebten vier junge australische Musiker in Bands mit Namen wie "Snorkel" (Schnorchel) oder "Aspirin" nicht ihren großen Durchbruch - aber ihr Auseinandergehen legte den Grundstein für eine geeinte Karriere als "Kinematic". Am 06. Mai 2017 haben wir die Band aus Melbourne bei Kiel dreht auf vorgestellt.

Nachhören:



Kinematic besteht aus Michael Owen, Mark Olszewski, Gordon Clarke und Michael Clarke, wobei letztere Brüder sind. Michael Owen spielte Ende der Neunziger Jahre in "Aspirin", einer Britpop-Band, Gordon Clarke war Mitglied von "Snorkel". Sein Bruder Michael spielte abwechselnd in beiden Bands Bass.
Im Jahr 2000 trennten sich beide Bands zur gleichen Zeit. Bassist Michael fragte seinen Namensvettern, ob er nicht zusammen mit seinem Bruder Gordon Musik machen wolle. Das konnte sich Michael Owen zunächst nicht vorstellen: "Gordon und ich haben völlig verschiedene Musikstile", sagt er im Kiel FM Interview. Aber schon schnell stellte sich heraus, dass beide wunderbar zusammen arbeiten konnten. "Wir haben uns ergänzt."

Nach einiger Zeit im Akustik-Bereich beschlossen Michael Owen und Gordon, lautere Musik zu machen. So zogen sie im Jahr 2002 Gordons Bruder Michael am Bass dazu und mit Mark Olszewski am Schlagzeug, ebenfalls einem Ex-Aspirin-Musiker, war Kinematic geboren.

"Wir bekommen oft die Frage, ob wir nicht eigentlich "cinematic" ("filmisch") heißen", erzählt Michael Owen. "Aber damit hat unser Bandname nichts zu tun.
Tatsächlich stammt der Begriff "Kinematic" aus der Physik: Die Kinematik ist die Lehre von der Bewegung. "Das passt auch zu uns als Band und dazu, wie wir als Band sein wollen: immer in Bewegung", sagt Owen. "Wir wollen nicht an einem Genre hängenbleiben, wir wollen alles ausprobieren. Das macht auch so Spaß an unserer Band!"
Einerseits haben Kinematic also einen Bandnamen gefunden, der sie als Band sehr treffend beschreibt, andererseits ist wegen der vielen Nachfragen, ob es sich nicht um einen Schreibfehler handele, auch eine gewisse Hassliebe zu dem Namen entstanden.

Tatsächlich probieren sich Kinematic in vielen verschiedenen Genres. "Wir spielen Country, Elektro, Hardrock, Funk, Akustik, sogar mal ein wenig klassisch. Wir versuchen, so viel wie möglich auszuprobieren", sagt Owen.
 


Bild: Kinematic (Quelle: Kinematic)

Im Jahr 2005 erschien mit "Time & Place" ("Zeit und Ort") das erste Album der Band. Es folgten "The 38th Parallel" (2007), "Kites" (2009) und zuletzte "Kinecism" (2014).

Großen Einfluss auf die Musik von Kinematic haben die Beatles. "Ich war schon als Jugendlicher geradezu besessen von ihrer Musik", sagt Owen. "Ich habe praktisch zwei Jahre nonstop die Beatles gehört! Und eben nicht nur ich liebe ihre Musik so, es ist die ganze Band!"
Das hört man auch aus der Musik von Kinematic gut heraus, etwa im Song "5 O Clock High" vom Album "Kites" aus dem Jahr 2009. Ein recht simpel, aber bestechend schön und mitreißend gestalteter Song, der den Zuhörer zum Mitsingen und wenigstens -klopfen bringt - in jedem Fall in eine gute Stimmung.

Der Song beschreibt die Stimmung an einem Freitagabend, nachdem man eine lange und anstrengende Arbeitswoche hinter sich gebracht hat. Die Arbeit ruht, man vergnügt sich. Erwähnt wird in einer Zeile das "Val", eine Abkürzung für das "Valhalla", einst ein berühmtes Kino in Melbourne.
Auf der einen Seite ist "5 O Clock High" also ein sehr fröhlicher Song. Für die Band persönlich hat er allerdings auch eine traurigen Aspekt: Auf dem Song spielt der Vater von Michael und Gordon Clarke Saxofon. Wenige Wochen nach der Aufnahme des Songs starb er. Der Song sei für die beiden heute auch eine schöne Erinnerung an ihren Vater, sagt Owen.

Kinematic bestehen seit 2002 ohne eine Veränderung in der Besetzung - aber mit großer Varianz in der Musik. Eine musikalisch hochtalentierte und noch dazu sehr sympathische Band.

Website: kinematic.info


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